Prävalenz multiresistenter Erreger bei Tieren in tiergestützten Therapien medizinischer Einrichtungen - MRE in der tiergestützten Therapie (METT)

Zuwendungsempfängerin: Dr. Cornelia Henke-Gendo

Institution: Niedersächsisches Landesgesundheitsamt

Förderzeitraum: 1.3.2019 – 28.02.2022

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Projektbeschreibung

Tiere vermögen Menschen auf besondere Art und Weise anzusprechen und zu beeinflussen. In bestimmten Kontexten kann die Interaktion mit Tieren sogar heilsame Wirkungen zu entfalten. Darüber hinaus fungieren z.B. Assistenzhunde als wichtige Unterstützer für Menschen mit besonderen Bedürfnissen (z.B. Blindenbegleithunde) oder sogar als deren Lebensretter (Diabetikerwarnhunde). Nicht umsonst nehmen also Angebote im Bereich Tiergestützter Therapien und anderer Tiergestützter Interventionen auch in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen fortlaufend zu. Neben all diesen positiven Aspekten ist allerdings auch zu beachten, dass es bei einer Interaktion mit Tieren zu einer Übertragung von zoonotischen Erregern kommen kann. Diese Tatsache bekommt insbesondere in medizinischen Einrichtungen eine besondere Bedeutung, wenn es sich hierbei um den Kontakt zu Menschen mit Defiziten bei der Immunabwehr handelt (z.B. Kranke, Kinder, ältere Menschen). Bislang existieren für den Bereich der Tiergestützten Interventionen keine einheitlichen Vorgaben, mit welchen Maßnahmen einem potentiellen Zoonoserisiko begegnet werden kann, um dieses zu minimieren. Verschiedene nationale und internationale Empfehlungen unterscheiden sich zum Teil erheblich und die Evidenz, die hinter diesen Empfehlungen steht, ist nicht immer klar.


Im Projekt METT (Multiresistente Erreger in der Tiergestützten Therapie) wollen wir eine Datengrundlage erarbeiten, die eine Risikoanalyse für die Übertragung von Zoonoseerregern im Kontext Tiergestützter Therapien in medizinischen Einrichtungen ermöglicht. Ein besonderer Fokus soll hierbei auf krankenhaushygienisch relevanten multiresistenten Erregern, wie z.B. MRSA und multiresistente Gramnegative Bakterien, liegen. Hierzu werden in einem ersten Schritt Umfang und Art der Mensch-Tier-Kontakte in medizinischen Einrichtungen und anderen Gesundheits- und gegebenenfalls Wohlfahrtseinrichtungen in Niedersachsen erfasst und vorhandene Vorgaben im Umgang mit einem potentiellen Infektionsrisiko evaluiert. Die Halter der hierbei eingesetzten Tiere bekommen das Angebot, ihre Tiere auf das Vorhandensein von multiresistenten Erregern untersuchen zu lassen. Die Auswertung der erhobenen Daten soll in Handlungsempfehlungen für die einzelnen Einrichtungen und gegebenenfalls auch für die Tierhalter münden und die Grundlage für eine sachgerechte und vergleichbare infektionshygienische Überwachung dieses Bereichs durch die Gesundheitsämter schaffen. Hierfür werden in Zusammenarbeit mit Vertretern der niedersächsischen Gesundheitsämter hygienisch relevante Qualitätsmarker definiert und in Form einer Begehungscheckliste zur Verfügung gestellt. Die landesweite Nutzung einer solchen Checkliste zur Begehung und Rückspiegelung der Überwachungsergebnisse an das Niedersächsische Landesgesundheitsamt erlaubt nach Auswertung der Daten eine Einschätzung der Häufigkeit und Qualität der Mensch-zu-Tier-Kontakte und damit auch eine Abschätzung des Risikos für die Übertragung von Erregern vom Tier auf den Menschen.