Bekanntmachung für ÖGD-Projekte

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert seit 2008 Forschung im Bereich Zooosen.

Seit 2017 besteht das Forschungsnetz Zoonotische Infektionskrankheiten, das deutschlandweit an vielen verschiedenen Forschungsinstituten angesiedelt ist. Das Institut für Virologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin leitet das Koordinationsprojekt des Forschungsnetzes.

In diesem Rahmen werden Projekte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) und des Veterinärdienstes gefördert.

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Aufruf für Zoonosenforschungsprojekte aus dem ÖGD/Veterinärdienst

Zoonotische Infektionen – also Infektionserkrankungen, die zwischen Menschen und Tieren wechselseitig übertragen werden können, sind eine ständige Herausforderung für die Gesellschaft. Sie beschäftigen insbesondere die Wissenschaft im Bereich Human- und Veterinärmedizin, betreffen die Bevölkerung in Form individueller Erkrankungen und stellen in besonderer Weise Ansprüche an den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) und den Veterinärdienst. Interdisziplinäres Arbeiten ist Voraussetzung, wenn man Zoonosen effektiv begegnen möchte.
Um die Interdisziplinarität bei der Erforschung, Erkennung, Prävention und Heilung von Zoonosen zu unterstützen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Zoonosenforschung seit 2008. In einer Forschungsvereinbarung zu Zoonosen von 2006 bzw. deren Erneuerung im Jahr 2016 mit den beteiligten Bundesministerien für Bildung und Forschung, für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), für Gesundheit (BMG) und der Verteidigung (BMVg) wurde eine Allianz für die Zoonosenforschung und den One Health-Ansatz in Deutschland geschmiedet.
Das BMBF fördert seit 2017 das Forschungsnetz Zoonotische Infektionskrankheiten . Über das Koordinierungsprojekt sollen Forschungsprojekte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) und des Veterinärdienstes im Bereich Zoonosen gefördert werden sollen (sog. ÖGD-Projekte).


Fördergegenstand:
Gefördert werden Projekte, die Fragestellungen im Bereich Zoonosenforschung betreffen, die aus der täglichen Arbeit des ÖGD bzw. des Veterinärdienstes resultieren. Dies können zum Beispiel regionale Herausforderungen sein, die Forschung benötigen oder wissenschaftliche Ansätze, die überregional im ÖGD bzw. dem Veterinärdienst erforscht werden sollen.
Thematisch orientiert sich der Aufruf an den bereits in Förderung befindlichen Forschungsverbünden und Nachwuchsgruppen, da ein intensiver fachlicher Austausch zwischen den bestehenden Verbünden und den neuen ÖGD-Projekten angestrebt wird.
Umfang und Höhe der Zuwendung:
Ein ÖGD-Projekt soll in der Regel auf 2 Jahre ausgelegt sein. Das Fördervolumen pro Projekt ist auf 200.000 Euro beschränkt.
Antragstellung:
Zur Antragstellung aufgefordert sind v.a. kommunale Veterinär- und Gesundheitsämter. Eine Beteiligung von Landesämtern und Universitäten ist möglich. Die Mittel, die vergeben werden, sollen möglichst weitgehend an Einrichtungen des ÖGD und des Veterinärdienstes fließen.
Es sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ÖGD und im Veterinärdienst eingeladen, Projektanträge einzureichen.
Begutachtung und Förderung:
Nach der Einreichung der Anträge folgt die Begutachtung der Projekte im Koordinierungskreis des Forschungsnetzes Zoonotische Infektionskrankheiten. Bei einer positiven Begutachtung erfolgt die Förderung in Form einer eigenen Zuwendung durch das BMBF an den Antragsteller.
Frist zum Einreichen der Projektanträge:
Anträge sind bis 21. August 2019 per E-Mail an ilia.semmler@charite.de zu senden.
Nähere Informationen und Antrags-Formblatt:
Koordinationsbüro Forschungsnetz Zoonotische Infektionskrankheiten
c/o Institut für Virologie, CharitéUniversitätsmedizin Berlin
Frau Dr. Ilia Semmler
ilia.semmler(at)charite.de / Tel. 030-450 525 094

Das Formblatt für den Projektantrag steht hier zum Download zur Verfügung (.docx).

Aktuelle ÖGD-Projekte

Dem Aufruf für ÖGD-Projekte im Jahr 2018 sind viele Antragsteller gefolgt. Zahlreiche eingereichte Projekte wurden vom Koordinierungskreis zur Förderung empfohlen. Davon sind folgende Projekte bereits in Förderung:

  • Zoonotische Bedeutung von MRE: FAQs an der Schnittstelle Veterinär/Humanmedizin (ZooM) (Zuwendungsempfängerinnen: Dr. Stefanie Heinze / Prof. Dr. Caroline Herr, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit; Förderzeitraum: 1.1.2019 - 31.12.2021)
  • Vorkommen von Antibiotika-resistenten Erregern in der Kette der Fleischgewinnung und Fleischverarbeitung sowie in Umweltproben (Zuwendungsempfängerin: Dr. Sylvia Klees, Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe (CVUA-OWL); Förderzeitraum: 1.10.2018 - 30.6.2020)
  • Bedeutung von Konsumeiern hinsichtlich der Übertragung thermophiler Campylobacter spp. auf den Menschen (Zuwendungsempfängerin: Dr. Ute Messelhäußer, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit; Förderzeitraum: 1.1.2019 - 31.12.2021)
  • Gesetzliche Grundlagen, Zuständigkeiten und Entscheidungshilfen für die Prävention und Kontrolle von A. albopictus und Arbovirus-Infektionen auf kommunaler Ebene (Zuwendungsempfängerin: Dr. Christiane Wagner-Wiening, Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, Förderzeitraum: 1.1.2019 - 31.12.2020)
  • Nutztiere als Sentinels für eine Risikobewertung alimentärer FSME-Infektionen in Baden-Württemberg (Zuwendungsempfängerin: Dr. Jasmin Skuballa, Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe; Förderzeitraum: 1.3.2019 - 28.2.2021)
  • Nachweis von Hantaviren in Umweltproben zur Identifikation von Expositionsorten für humane Hantavirus-Erkrankungen (Zuwendungsempfänger: Dr. Stefan Brockmann, Landkreis Reutlingen; Förderzeitraum: 1.12.2018 - 30.11.2021)
  • Optimierung von Testdesigns zur Darstellung der Freiheit von Populationen von Infektionen (Tierbestände, Gebiete mit Tierbeständen) (Zuwendungsempfänger: Dr. Jobst Heitzig, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e. V.; Kooperationspartner: Dr. Jörg Fritzemeier, Veterinärdienst für Stadt und Landkreis Osnabrück; Förderzeitraum: 1.03.2019 – 28.02.2022)
  • Erarbeitung von Arbeitshilfen zur Konzeption von Stichprobenuntersuchungen zur Bewertung von potenziell mit Zoonoseerregern behafteten Lebensmitteln (Zuwendungsempfänger: Prof. Dr. Lothar Kreienbrock, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover; Kooperationspartner: Dr. Jörg Fritzemeier, Veterinärdienst für Stadt und Landkreis Osnabrück und Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit; Förderzeitraum: 1.4.2019 – 31.03.2022)
  • Prävalenz multiresistenter Erreger bei Tieren in tiergestützten Therapien medizinischer Einrichtungen - MRE in der tiergestützten Therapie (METT) (Zuwendungsempfängerin: Dr. Cornelia Henke-Gendo, Niedersächsisches Landesgesundheitsamt; Förderzeitraum: 1.3.2019 – 28.02.2022)